Schmidlerschleif
Oberpfälzer Wald / Thomas Kujat

Von alten Glasschleifen

Historie im Fokus

Wandern im Lerautal
Oberpfälzer Wald / Thomas Kujat

Im Oberpfälzer Wald verbirgt sich ein fast vergessenes Handwerk: die Glasschleiferei. Einst entstanden die Glasschleifen entlang kleiner Bäche, denn das Wasser lieferte die nötige Kraft, um Schleifsteine anzutreiben und Glas zum Funkeln zu bringen. Was heute verborgen und ruhig wirkt, war früher ein wichtiger Teil der regionalen Industrie.

weniger anzeigenweiterlesen

Von Feinschliff und verborgenen Spuren

In den oberpfälzer Glasschleifen erhielten Glasprodukte ihren letzten Schliff – präzise, mit geschultem Auge und viel Erfahrung. Natur und Handwerk gingen dabei eine enge Verbindung ein und prägten die Landschaft. Viele dieser Orte sind inzwischen verschwunden oder liegen tief im Wald verborgen. Zurück geblieben sind leise Spuren und das stetige Rauschen des Wassers. Gerade dieses Verborgene macht ihren besonderen Reiz aus: Die Glasschleifen erzählen von einer Zeit, in der aus Naturkraft und Können echte Meisterwerke entstanden – und laden dazu ein, sie neu zu entdecken.

weniger anzeigenweiterlesen
Wasser läuft über Fels
Oberpfälzer Wald / Thomas Kujat

Lebendige Glasschleifen

Natürlich sind die Glasschleifen heute nicht mehr in diesem Sinne in Betrieb. Die meisten befinden sich im Dornröschenschlaf, doch einige von ihnen dienen heute der Stromgewinnung oder als Veranstaltungsort. Die Hagenmühle in Pleystein kannst du auf Anfrage sogar besuchen und Industriegeschichte schnuppern.

weniger anzeigenweiterlesen
Linglmühle
Oberpfälzer Wald / Thomas Kujat

Der Glasschleifererweg: Schritt für Schritt oberpfälzer Geschichte entdecken

Der Glasschleifererweg ist ein rund 80 Kilometer langer Rundwanderweg, den du in mehreren Tagesetappen erwandern kannst.

Entlang der Strecke erfährt man viel über die einstigen Lebensverhätlnisse der Bewohner in den betriebsregen Industrielandschaften. Heute finden wir hier eher geruhsame Gegenden inmitten einer wunderschönen Natur. Lass dich bei den insgesamt sechs Etappen von dem Charme, dem Abwechslungsreichtum und der natürlichen Schönheit des Oberpfälzer Waldes überzeugen! Ein Kristallglas auf rotem Grund weist als Markierungszeichen den Weg. Erfahrene und trainierte Wanderer schaffen mehrere Etappen an einem Tag. Hobby- und Genusswanderern empfehlen wir einzelne Etappen je Wandertag. 

Du möchtest direkt loswandern? Das ist ein schöner Plan. Unsere Empfehlung: Schau dir erst nochmal genau die Strecke an und plane die Einteilung der Etappen mit den Zwischenzielen. Der Weg zeigt viel von der wunderschönen Natur in diesem Gebiet und bietet daher nicht überall die Möglichkeit für eine Einkehr. Eine Brotzeit ist eine gute Alternative. So kannst du deinen Pausenplatz spontan und ungebunden wählen, zum Beispiel auf einer Bank mit Ausblick oder auf einer sonnigen Wiese.

Alles fertig geplant und gebucht? Dann kann es losgehen - in Georgenberg an der Mühle Gehenhammer!

weniger anzeigenweiterlesen
Direkt zur Tour: Glasschleifererweg

Prospektbestellung

Wenn du für deine Planung noch Infomaterial benötigst, dann bestell dir die Prospekte direkt nach Hause. 

Hier geht es zur Prospektbestellung!

Linglmühle
Oberpfälzer Wald / Thomas Kujat
Linglmühle

Tagestour zum Reinschnuppern?

Verbringe ein Wochenende in Moosbach und starte eine Tageswanderung auf dem Glasschleifererweg. Hier im Naturerlebnisdorf Moosbach gibt es ansprechende Unterkünfte sowie einige Gastronomie-Betriebe. Unterwegs auf der Tageswanderung solltest du allerdings eine Brotzeit für die Stärkung einpacken. Informiere dich gerne weiter auf unserer Webseite in welcher Gastronomie du am Abend in Moosbach einkehren kannst, um die Eindrücke des Tages nachwirken zu lassen. Schau gleich in die Tourenbeschreibung rein.

Infos zur Tagestour

Unterwegs mehr über die Glasschleifen erfahren...

Entlang des Weges eröffnen sich spannende Einblicke in das traditionelle Glasschleifen. Zahlreiche Infotafeln berichten von den ehemaligen Schleifbetrieben und ihren Arbeitsweisen. Historische Bilder lassen die damaligen Anlagen wieder lebendig werden – gerade weil viele Gebäude heute nicht mehr erhalten sind.

Oft erinnern nur noch diese Spuren an eine einst bedeutende Handwerkskunst und ihre prägende Rolle in der Region. 

weniger anzeigenweiterlesen

Die Glasindustrie prägte nicht nur die Menschen, sondern vor allem auch die Natur.

Stadtplatz Neustadt an der Waldnaab
Oberpfälzer Wald / Thomas Kujat
Tourismuszentrum Oberpfälzer Wald
Wanderer an Infotafel
Oberpfälzer Wald / Thomas Kujat

Was wurde in einer Glasschleife gearbeitet?

  • Veredelung von Flachglas: Oberflächen wurden geglättet und poliert, um Durchsichtigkeit zu gewährleisten (z. B. für Fenster oder Spiegel)
  • Spiegelglas: Flachglas wurde geschliffen und in anderen Betrieben zu Spiegeln weiterverarbeitet
  • Feinschliff und Gravuren: Verzierungen und Gravuren wurden ins Glas geschnitten

Das Schleifen und Polieren wurde durch Wasserkraft möglich, die im Oberpfälzer Wald an vielen natürlichen Bächen und Flüssen zur Verfügung stand.

Spieglein, Spieglein... Vom Luxusartikel zum Alltagsgegenstand

Spiegelglas ist für uns heute ein selbstverständlicher Alltagsgegenstand, der in kaum einem Haushalt fehlt. Ob im Bad, im Flur oder in der Tasche – Spiegel begleiten uns ständig. Dabei war ein Spiegel früher ein kostbarer Luxusartikel. Aufwendig hergestellt und teuer, konnten ihn sich nur wohlhabende Menschen leisten. Erst mit vielen Fortschritten im Herstellungsverfahren wurde Spiegelglas erschwinglich und für die breite Bevölkerung zugänglich. 

Eine große Herausforderung war dabei eine glatte Glasoberfläche ohne die geringste Unebenheit herzustellen.

weniger anzeigenweiterlesen
Wanderer bei Linglmühle
Oberpfälzer Wald / Thomas Kujat
Wanderer bei Linglmühle
Wasserlauf bei Linglmühle
Oberpfälzer Wald / Thomas Kujat
Wasserlauf bei Linglmühle
Erlebbare Glasschleif Pullenreuth
Oberpfälzer Wald / Thomas Kujat
Erlebbare Glasschleif Pullenreuth
Wegweiser Wanderweg
Oberpfälzer Wald / Thomas Kujat
Wegweiser Wanderweg
Holzwolle Produktion
Oberpfälzer Wald /Thomas Kujat
Holzwolle Produktion

Ein Nebenprodukt entsteht: Holzwolle

Wolle aus Holz? Das klingt erst einmal eigenartig. Doch natürlich musste das empfindliche Glas für den Weitertransport gut verpackt und geschützt werden. Und Holz gab und gibt es im Oberpfälzer Wald reichlich!

So wird´s gemacht: Holzblöcke werden in Hobelmaschinen zu langen, feinen Spänen verarbeitet – daraus entsteht die sogenannte Holzwolle. Angetrieben werden die Maschinen traditionell durch Wasserkraft: Ein Wasserrad setzt die Hobel in Bewegung und nutzt so die natürliche Energie der Bäche.

Auf dem Bild ist ein noch funktionierender Hobel in der Schmidtlerschleif zu sehen. Seit den 1950er-Jahren wird hier in einem Familienbetrieb Holzwolle hergestellt.

Um die Flachglas Scheiben zu transportieren wurde Material zum Polstern benötigt. Dafür nutzte man damals wie auch noch heute Holzwolle.

Stadtplatz Neustadt an der Waldnaab
Oberpfälzer Wald / Thomas Kujat
Tourismuszentrum Oberpfälzer Wald
Lagerung Holzwolle
Oberpfälzer Wald /Thomas Kujat

Schon gewusst?

Die Oberpfalz galt einst als das „Ruhrgebiet des Mittelalters“. Reiche Eisenvorkommen, ausgedehnte Wälder und zahlreiche Bäche bildeten die Grundlage für eine blühende Eisenindustrie. In sogenannten Eisenhämmern wurde das Erz mithilfe von Wasserkraft weiterverarbeitet.

Doch was hat das mit den Glasschleifen zu tun?

Als sich die Eisenvorkommen nach und nach erschöpften, begann ein Wandel: Viele Eisenhämmer wurden zu Glasschleifen umgebaut. Ein neuer Wirtschaftszweig entstand, der erneut auf das setzte, was die Region auszeichnete – Holz als Brennstoff und Wasserkraft als Antrieb.

So entwickelte sich aus der alten Eisenindustrie eine neue Tradition der Glasverarbeitung, die den Oberpfälzer Wald bis heute prägt.

Geführte Tour?

Wenn du Teilabschnitte des Glasschleiferwegs gerne geführt erleben möchtest, kannst du dies individuell anfragen. Die ILE Naturparkland vermittelt bei Interesse gerne den Kontakt zu erfahrenen Wanderführerinnen und Wanderführern für deine persönliche Tour.

Kontakt: info@naturparkland.de oder Tel. 09651/9180-580

Wasserlauf bei Linglmühle
Oberpfälzer Wald / Thomas Kujat

Das könnte dich noch interessieren

Unterkunft suchen

HeuteMorgenAm Wochenende
Bitte geben Sie einen gültigen Wert ein!
Alter der Kinder am Anreisetag

Was suchst du?

Bitte geben Sie einen gültigen Wert ein!

Suchvorschläge